Unterhalb des Aling-Aling-Wasserfalls

Das Bali-Tagebuch || Zweiter Teil: Lovina und Nusa Lembongan

Das Sirren und Summen Ubuds noch in den Ohren, lehne ich mich im Sitz des klimatisierten Wagens, der über die Schlagloch-perforierte Straße ruckelt, nach vorn, um nichts vom Draußen zu verpassen. Wir sind auf dem Weg zu den Lavastränden von Lovina, zu ein bisschen Ruhe, ein bisschen Meer, ein bisschen Entspannung – doch die Aufregung sollte uns noch ein Stückchen begleiten …

Anfang verpasst? Hier geht’s zum ersten Teil meines Bali-Tagebuchs

Vulkan Agung

Die schwarzen Strände von Lovina

Lovina Beach selbst ist kein Ort, sondern ein längerer Küstenstreifen mit verschiedenen kleinen Dörfern, in denen man tatsächlich ziemlich gut abschalten kann. Trubel und Action weichen hier nämlich spärlich besuchten Bars, schmalen Stränden und verschlafenen Promenaden, an denen man Delfin-Touren oder Schnorchelausflüge buchen kann. Unterkunft fanden wir in einem üppigen Strandhaus mit eigenem Pool, in dem ich eine innige Beziehung zu einem spannernden Bindenwaran aufbauen konnte, der mich von seinem Ausguck im Bad aus beim Duschen beobachtete.

Das Programm: Wer hoch klettert, springt tief

Das erste Ausflugsziel lag nicht gerade in meiner Comfort Zone, denn wenn ich den Waldboden unter meinen Füßen in etwa 15 Metern Entfernung sehe, macht mich das doch ziemlich unruhig. Nichtsdestotrotz ist der Bali Treetop Adventure Park traumhaft  mitten im Regenwald gelegen und nach kurzer Einweisung kann man sich direkt jeder Menge Seilbahnen und schwindelerregender Hindernisse hingeben.

Die wohl unglaublichsten Erfahrungen durfte ich aber am Abend dieses Tages machen. Etwas unterhalb des für die Bewohner heiligen Aling-Aling-Wasserfalls wartet ein natürliches Wasserabenteuer-Areal. Das Klippenspringen ins klare Flusswasser ließ meinen Bauch schon hüpfen, den wahren Adrenalinschub bekam ich allerdings, als ich mich in die ausgewaschene Kante des zehn Meter hohen Wasserfalls legte und das Wasser mich mit sich in die Tiefe riss.

Schwimmweste, ein erfahrener Guide als Aufsicht, Sicherheitsleine zum Ufer und dennoch war es eins der extremsten und überwältigendsten Erlebnisse meines Lebens.

In der Nähe des Aling-Aling-WasserfallsUnterhalb des Aling-Aling-WasserfallsUnterhalb des Aling-Aling-Wasserfalls

Im Herzen des Wasserpalasts Tirta Gangga

Eins der kleinsten Probleme auf Bali ist es, selbst mit schmalem Reisebudget außergewöhnlich zu übernachten. Einen besonders spektakulären Schlafplatz fanden wir im Wasserpalast Tirta Gangga – und dabei ist „in“ wörtlich gemeint, denn tatsächlich befindet sich auf dem Gelände des atemberaubenden Gartens voller Wasserspiele, Brunnen und Fischbecken wunderschöne, vor Touristenaugen verborgene Häuschen. So hatten wir die Chance, Tirta Gangga morgens und abends ohne Besucher zu erleben und endlich mal kurz die Seele im Springbrunnenspiel baumeln zu lassen.

Koi-Karpfen in Tirta GanggaWasserpalast Tirta Gangga

Rund um Tirta Gangga

Vom Wasserpalast aus lassen sich viele der altehrwürdigen Tempel erreichen, von denen man zumindest ein paar gesehen haben muss, zum Beispiel den atemberaubenden Pura Lempuyang, zwischen dessen Torbögen der Vulkan Agung in der Ferne aufragt, oder Pura Besakih, den Muttertempel, in dem man mit einem Guide zusammen eine hinduistische Gebetszeremonie zelebrieren darf.

Lempuyang-Tempel

Die paradiesische Schwester: Nusa Lembongan

Für unser letztes Ziel mussten wir vom Taxi auf ein Speedboot umsteigen, das uns samt Gepäck zu der kleinen Nebeninsel Nusa Lembongan brachte. Hier erwartete uns die etwas klassischere, aber nicht weniger bezaubernde Version von Urlaubsstimmung, denn am Mushroom Beach wechseln sich stylische Strandbars mit Surfboard-Verleihern ab, im Sand liegen kaffeebraune Körper auf Handtüchern und von überall ertönen Lieder, die dem Sommer huldigen. Dieses Mal schliefen wir in kleinen Bungalows ganz in der Nähe eines Secret Beach, an dem man mit sich und den Wellen ganz allein sein konnte.

Das Programm: Brücken, Mangroven und Tiefenentspannung

Das Angebot auf Nusa Lembongan ist riesig: Schnorcheln mit Mantarochen, Bootstouren durch die Mangrovenwälder, Ausflüge zur Nachbarinsel Nusa Penida, Cocktailtrinken am Infinity Pool mit Blick auf den Dream Beach und am Ende den Sonnenuntergang am Devil’s Tear beobachten. Absoluter Instagram-Hotspot ist die berühmte Yellow Bridge, die Nusa Lembongan mit der Mini-Insel Nusa Ceningan verbindet.

Wolkenkuckucksheim_Devils-Tear_Bali.jpeg

Nach viel Herumreisen und Kulturstaunen ist Nusa Lembongan der perfekte Ort zum Entschleunigen. Allein die unzähligen, individuellen Strandbars mit Schaukeln und „Vogelnestern“, von denen aus man aufs Meer blicken kann, haben es mir leicht gemacht, einfach mal sitzenzubleiben und durchzuatmen.

Mangrovenbucht auf Nusa LembonganBucht Nusa Lembongan

Um auch noch das letzte bisschen Alltagsstress auszutreiben, habe ich an meinem letzten Tag das Harumaya Day Spa besucht. Vier Stunden später, mit streichelweicher Haut, entspanntem Rücken und duftenden Haaren, war es besiegelt: Ich war Hals über Kopf in Bali und alles drum herum verliebt.

SpaSonnenuntergang auf Nusa Lembongan

Bali hat mich verändert und mir zwei Wochen puren Glücks geschenkt. Diese Zeit kommt auf ein ganz besonderes Podest in meinen Gedanken und Erinnerungen und wenn ich heute die Augen zumache und ganz leise bin, kann ich noch die Wellen gegen die knorrigen Mangrovenwurzeln branden hören …

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3 Gedanken zu “Das Bali-Tagebuch || Zweiter Teil: Lovina und Nusa Lembongan

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