Das Bali-Tagebuch || Erster Teil: Ubud

Es kribbelt. Es kribbelt überall! In meinem Bauch flattern Dutzende aufgescheuchte Glücksgefühle, meine Beine zucken und wollen los, meine Augen sind gesprenkelt mit Gelb und Rot und Pink und so so viel Grün, in meiner Nase kitzelt Nelke in einem Gemisch mit Frangipani-Blüten, scharfen Gewürzen und einem Hauch Abgas – ich bin auf Bali! Nach rund 24 Stunden bin ich endlich am Ziel und statt in -schock verfalle ich augenblicklich in Kultureuphorie. Die Heimat des Abenteuers ist das Unbekannte und es geht los …

Tempel mit Drachenschwanz

Ubud – das kulturelle Herz Balis

Es schlägt, das Herz, und mit jedem Klopfen entdecke ich etwas, das ich noch nie in meinem Leben gesehen habe: mit Räucherstäbchen und Blumen geschmückte Opfergaben vor Basttaschen-Ständen, Äffchen, die Touristen Chipstüten klauen, steinerne Götzenstatuen hinter massiven Tempeltoren … doch der Reihe nach:

Die Unterkunft: eine Villa im Regenwald

Hier wird ein Traum wahr: The Desa in der Nähe von Ubud ist eine kleine freistehende Villa mitten im balinesischen Urwald! Privater Infinity-Pool, großzügige Schlafzimmer mit Moskitonetzen (!), Regenwald-Dusche und liebenswürdiger Service fast rund um die Uhr – ich habe selten so paradiesisch gewohnt. Zugegeben, an die Dschungel-Hühner (kein Scherz!) musste ich mich eine Weile gewöhnen, da diese schon ziemlich früh den neuen Tag einläuten, aber dafür haben mich die tellergroßen Schmetterlinge, singenden Frösche und Eidechsen-Partys entschädigt.

Infinity-Pool

Das Programm: von Affenwald bis Yoga

Ubud pulsiert – tags wie nachts. Vermutlich könnte man allein hier schon seinen kompletten Urlaub verbringen und würde am Ende sagen, es habe sich gelohnt. Hinter jeder Ecke erscheint ein Kunstgeschäft oder ein außergewöhnliches Café, hinter jeder Biegung verbirgt sich ein Tempel, ein Palast, eine Marktstraße. In einigen der Tempel finden abends traditionelle Feuertänze statt, die mich auf fast schon hypnotische Weise fasziniert haben.

An einem Ort in Ubud kommt man trotz aller sonstigen Verführungen jedoch nicht vorbei: dem Monkey Forest! Haltet euer Hab und Gut beisammen, denn hier gehen Hunderte von Makaken in allen möglichen Größen ihrem diebischen Tagesgeschäft nach. Die possierlichen Kerlchen sind ein unglaubliches Erlebnis, wenn sie auf dir herumstromern und dich nach Futter absuchen. Unterschätzen sollte man die Affen und ihre Zähne auf keinen Fall, aber mit ein bisschen gegenseitigem Respekt hat man hier wirklich ganz besondere Begegnungen.

MakakeMakake - FütterungMakake - SitzungMakake - Ausgang

Hier noch ein paar meiner Highlights in Ubud: 

Yoga

Gleich am ersten Morgen haben wir uns im Kampf gegen den Jetlag im Ubud Yoga House einen Yoga-Kurs gebucht. Das Häuschen liegt mitten in den Reisfeldern und wird von einer sehr authentischen amerikanischen Yogini betrieben. Wie ließe sich der Tag schöner beginnen als mit dem Sonnengruß zwischen Palmen?

Wellness

Ein kleines bisschen Seele streicheln lassen und nach der Massage-Zeremonie mit duftenden Ölen beim Duschen über die Reisterrassen blicken: Aman Spa

Kulinarisches

In Ubud reihen sich Cafés an Restaurants an Bars und man findet überall stilvolle Orte zum Essen. Hier dennoch ein paar Tipps:

Ich liebe Bali

Rund um Ubud

Ubud ist nicht nur das Herz, sondern auch der Nabel Balis, von wo aus man ganz einfach die unglaublichsten Orte erreicht. Auf Bali ist es ein Leichtes, sich fortzubewegen, denn selbst wenn man sich nicht von Todessehnsucht getrieben einen Motorroller mietet, findet man überall Taxifahrer, die sich (mit etwas Verhandlungsgeschick sogar als ziemlich günstige) Tageschauffeure anheuern lassen.

Jatiluwih-Reisterrassen

„Jatiluwih“ heißen sie, die „wunderschönen“ Reisterrassen. In den unterschiedlichsten Grüntönen stapeln sich die stufenförmigen Felder bis zum Horizont, hier und da gesprenkelt mit den kegelförmigen Hüten der Erntearbeiter. Je nach Muße führen unterschiedlich lange Wanderwege durch die Terrassen und hier und da kann man an ulkigen Kuhställen oder Warungs (kleinen einheimischen Verkaufshütten) Halt machen und den Ausblick auf das UNESCO-Welterbe ganz tief in seiner Erinnerungsschatzkiste verstauen.

Wolkenkuckucksheim_Jatiluwih_BaliWolkenkuckucksheim_Reisterrassen_Bali

Tanah Lot Tempel

Der Tempel, der der Brandung trotzt. Mitten in den Wellen thront der Meerestempel majestätisch in seiner Bucht und alles wirkt wie ein mystischer Traum – wären da nicht die Massen, Horden an Touristen, denen ein Überangebot an Souvenirshops, Selfiestick-Verkäufern und Schlangenbeschwörern zu verdanken ist. Wunderschön, aber definitiv lieber im Morgengrauen statt in der Abenddämmerung besuchen!

Wolkenkuckucksheim_Tanah-Lot_Bali

Rafting

Hunderte von Stufen und ein abenteuerliches Dickicht mussten wir bewältigen, doch es war jeden Muskelkater wert, denn vor uns lagen der tosende Fluss und das im Vergleich fragil erscheinende rote Schlauchboot. Wer auf Bali ist, sollte raften gehen, denn durch die Stromschnellen geschleudert zu werden, nur um kurz darauf das Hämmern des Wasserfalls auf dem Rücken zu spüren, das Ganze vor fast schon übertrieben paradiesischer Regenwaldkulisse – warum sollte man es nicht tun?

Bali Swing

Wohl fast jeder, der je auf Bali war, kann eines vorweisen: ein Foto auf einer der Schaukeln, die sich über Reisfelder oder Urwalddächer schwingen. Die Terrace River Pool Swing, die wir uns ausgesucht haben, schaukelt über eine Kaffeeplantage. Über den Kaffeeanbau haben wir hier zwar leider nur wenig erfahren, aber dafür konnten wir uns einmal durch sämtliche Kaffee- und Teespezialitäten durchprobieren, bevor uns die Schaukel, in Begleitung eines ordentlichen Bauchhüpfers, über die Kaffeefelder fliegen ließ.

KaffeetestenBali Schaukel

Sonnenaufgang und Fahrradtour

Wenn man an einen besonders netten Guide gerät, fährt er einen sogar um 4 Uhr morgens auf die Spitze eines Berges. Von hier hatten wir den allerschönsten Ausblick darauf, wie die Sonne langsam über dem nebelverschleierten Tal des Vulkans Gunung Agung aufging. Für den Weg zurück nach unten haben wir die Gefährte gewechselt und haben uns auf Fahrrädern durch Mandarinenhaine und Zucchinifelder rollen lassen. Während eines kurzen Stopps in einer authentischen Kaffeeplantage konnten wir sogar den berühmten und unfassbar leckeren Luwak-Kaffee, den teuersten Kaffee der Welt, probieren, für den die Kaffeebohnenliebe einer Katze erst durch den Magen gehen muss … (Wer genau wissen will, was das bedeutet, kann hier klicken).

SonnenaufgangGunung AgungRegenwald

Mit ein bisschen Wehmut und dem Bauch voller Vorfreude verlassen wir Ubud und treten die Reise zum nächsten Ziel im Norden Balis an: Lovina. Ich kann’s kaum erwarten, euch davon zu erzählen …

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4 Gedanken zu “Das Bali-Tagebuch || Erster Teil: Ubud

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