Lost my heart in Edinburgh

Sollte ich Deutschland je den Rücken zuwenden, Brexit hin oder her, ich würde nach Großbritannien gehen. Überall über diese entrückte Insel hinweg liegen Herzstückchen verteilt, von den Augenblicken, in denen ich völlig verzückt im Kerrygold-grünen Gras stand oder meine Hand die kalksteinernen Mauern entlangstrich. Ein Herzstückchen liegt am Ufer des Kanals, der am Trinity College in Cambridge entlangführt. Ein anderes blickt vom Ring of Kerry aus aufs Meer. Ein Stück liegt glücklich verloren in den Weiten der Highlands, das nächste in einem Pub in Cardiff, wo es zur Fidelmusik tanzt. Ein Stückchen Herz sitzt träumend auf den Zeigern von Big Ben und hält nach Peter Pan Ausschau und kürzlich habe ich auch ein Stück am Fuß der Burg von Edinburgh zurückgelassen.

 

Calton Hill mit Blick auf EdinburghWolkenkuckucksheim_Calton_Edinburgh

Edinburgh ist irgendwie anders. Während überall in Europa und auch darüber hinaus die Innenstädte einen Einheitsschnitt verpasst bekommen und unisolo H&M und Starbucks präsentieren, macht Edinburgh sein eigenes Ding. Natürlich findet man auch hier alle namhaften Konsumgiganten, aber hier werden sie in altehrwürdige Steinmauern gehüllt, die Geschichte ausatmen und ein bisschen ihrer Würde auf ihre neuen Bewohner abstrahlen. Bunte Moderne im gediegenen Gewand und schon bekommt ein Bahnhof Flair und ein Wagamama mit Blick auf St. Andrew’s Square Garden Atmosphäre. Hier werden selbst die ausrangierten Kirchen einer neuen Bestimmung zugeführt, sodass man mittlerweile hippe Märkte für Kunsthandwerk, Veranstaltungslocations und sogar Kletterhallen darin findet.

GrassmarketWolkenkuckucksheim_Grassmarket_Victoria_Street_EdinburghWolkenkuckucksheim_Grassmarket_Jokes_EdinburghNorth BridgeCalton Hill

Sag noch mal einer, die Briten verstünden nichts von gutem Essen! Nicht immer ist kompliziert auch besser. Die Schotten haben herausgefunden, wie sie ihre Klassiker mit neuen Einflüssen salonfähig machen können: Vegetarisches Haggis (ja, klingt komisch, ist aber überraschend gut) und Hühnchen-Pie mit Rosmarinsoße verdienen es, dass man ihnen eine Chance gibt.

Hier ein paar Gastro-Tipps:

Kaffee

  • Brew Lab: BESTER Kaffee in abgefahrenem Industrial-Interiour
  • Mimi’s Bakehouse: putziges Café mit unglaublichen Cheddar-Scones, Sandwiches und zuckersüßem Caramel Crunch
  • Cuckoo’s Bakery: ein Wort: CUPCAKES
  • Elephant House: hier hat Joanne K. Rowling Teile von Harry Potter geschrieben – ich sag’s nur 🙂

Essen

Carrot Cake im Brew LabThe ScotsmanDaylight RobberyLa Favorita

Edinburgh hat mich aufgenommen, mich teilhaben lassen und mir ein Stückchen seiner einzigartigen Geschichte gezeigt (welche Stadt hat schon unterirdische Katakomben zu bieten, die entstanden, als man vor einigen hundert Jahren einfach Gebäude über ganze Stadtviertel gebaut hat?!). Hier ein paar Dinge, die mir besonders gefallen haben:

  • Royal Mile: der Dreh- und Angelpunkt der Altstadt, die die Burg und den Schottlandsitz der Queen, Hollyrood Palace, verbindet.
  • Free City Tour: ein etwa zweieinhalbstündiger, geführter Stadtspaziergang mit witzigen Anekdoten und Schauergeschichten, der komplett gratis ist! Man gibt am Ende das, was man mag. Danke an Urs Schmuck für jede Menge Spaß und Insider-Tipps.
  • Calton Street Bridge: auf den Spuren von Trainspotting. Vor dieser Brücke spielt die legendäre Szene, in der Ewan McGregor vors Auto läuft (ohnehin findet man viele Orte aus Hollywood-Filmen in Edinburgh).
  • Camera Obscura: nettes, interaktives Museum voller optischer Täuschungen und visueller Tricks und sogar mit Spiegelkabinett.
  • Grassmarket und Cockburn Street: unglaublich viele originelle Winzlingsläden mit viel Charakter und ungewöhnlichen Angeboten (z.B. W. Armstrong & Son oder ein waschechter Harry-Potter-Laden).
  • Royal Botanic Garden: liebevoll angelegter botanischer Garten mit Themen-Gewächshäusern.
  • Mary King’s Close: Reise in den Untergrund. Diesen Teil von Edinburgh erlebt man nur mit Führung, die einen in das unterirdische Stadtviertel um Mary King’s Close bringt.

Royal Botanic GardenWolkenkuckucksheim_Botanischer-Garten_EdinburghScott MonumentCamera Obscura

Zum Schluss noch ein paar Sätze zur Unterkunft: Wir haben das erste Mal ein Airbnb ausprobiert und wir waren uns einig, die charismatischste und sympathischste Unterkunft gefunden zu haben, in der wir je waren!

Brunton Bothy – das ist das Zuhause von Dave und Tokes, die es mit unglaublich viel Liebe, Wärme und Einfallsreichtum eingerichtet haben. Schon vor unserer Reise haben wir einen Stadtplan bekommen, auf dem sie all ihre Lieblingsplätze, -restaurants und -Cafés markiert haben. Man kann sich hier nur wohlfühlen, ob nun aufgrund des Instagram-esken Interieurs oder weil die beiden Jungs einfach so unglaublich nett sind.

Edinburgh, warte auf mich – ich komme bald wieder …

Wolkenkuckucksheim_Unterkunft.jpg

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