Meine Lieblingsbücher

Meine Lieblingsbücher

Romane für jeden, der sich gern in Geschichten zu Hause fühlt.

Bücher bringen dich an jeden x-beliebigen Ort, in Sekundenschnelle und so oft und so lange du willst! Aber wenn du schon 10 000 Meilen unter dem Meer warst, in 80 Tagen um die Welt gereist bist und dir die Beine am Gleis 9 3/4 in den Bauch gestanden hast, möchtest du vielleicht nur dreimal die roten Absätze aneinanderklopfen und dich von der Hexe des Südens heimbringen lassen – denn schon Dorothy wusste: Am schönsten ist es doch zu Hause.

Zwischen all meinen Buchweltenreisen lese ich immer gern etwas, das mich wieder erdet und mit dem ich mich zu Hause fühlen kann. Ein paar Büchern gelingt das ziemlich gut und die möchte ich gern mit dir teilen.

„Abbitte“

von Ian McEwan

Ian McEwan - AbbitteIan McEwan - Roman Abbitte

Ich wusst nicht, dass ich denke, wie ich denke, und warum ich manchmal tue, was ich tue, bevor ich Ian McEwan gelesen habe. Der Roman startet wie ein Kammerstück, in dem man einen heißen Sommertag und eine ereignisreiche Nacht im Leben einer Familie miterlebt. Dabei musste ich das Gelesene immer wieder neu bewerten und anders betrachten, denn mal blickt man durch die Augen einer missverstandenen 13-Jährigen und mal durch die eines von Leidenschaft getriebenen Landschaftsgärtners.

Der Autor hat ein unglaubliches Händchen dafür, instinktive Reaktionen, Missverständnisse, die verworrensten, jugendlichen Gedankengänge in ihrem Kern zu erkennen. Diese präsentiert er dann so treffsicher und selbstverständlich, dass ich mich immer wieder an mich selbst erinnert gefühlt habe, auch wenn die Situation noch so fremd war.

Die Abgründe einer wohlhabenden englischen Familie in den 30er-Jahren mit ein wenig moralischem Verfall – wohl bekomm’s!


„Die letzten Tage von Rabbit Hayes“

von Anna McPartlin

Anna McPartlin - Die letzten Tage von Rabbit Hayes

Manchmal müssen Bücher traurig sein. Dieses hier ist traurig und zwar RICHTIG traurig! Aber gleichzeitig ist es auch wunderschön.

Neun Tage bleiben Rabbit Hayes noch mit ihrer Familie – mit ihrer vom Chaos gebeutelten Schwester, ihrem in sich gekehrten Bruder, ihrem zerrütteten Vater, ihrer lebensfrohen Teenager-Tochter und ihrer kämpferischen Mutter, die so zauberhaft deftig flucht. In kaum einem Buch ist eine Familie so perfekt unperfekt. Deshalb habe ich mich mit den Hayes wohlgefühlt, auch wenn die Geschichte selbst so tragisch ist. Anna McPartlin spielt mit den verschiedenen Perspektiven (manchmal sogar in Form von Blogbeiträgen aus der Vergangenheit) und schafft eine so intime Atmosphäre, dass ich das Gefühl hatte, selbst Teil der Familie zu sein, der bald ein Mitglied fehlen wird.

Wenn dir also der Sinn nach Weinen (Garantie: 85 %) steht, du aber gleichzeitig das Gefühl haben willst, dass alles gut wird, solange du eine Familie hast, die für dich da ist, wenn es wirklich drauf ankommt, dann ist dies genau das richtige Buch für dich.


„Sofies Welt“

von Jostein Gaarder

Jostein Gaarder - Sofies Welt

Fassen wir den Begriff „Zuhause“ mal etwas weiter, denn hier geht es schlichtweg um unser aller Wohnsitz: die ganze Welt!

Platon, Sokrates, Kant und wie die altehrwürdigen Herren alle heißen – wir haben zwar schon von ihnen gehört, aber wenn wir mal ehrlich sind: So richtig zugänglich sind ihre Lehren sicher nicht (und auch nicht gerade was für eine gemütliche Schmökerstunde zwischendurch). Dabei müssen sie doch wichtige Dinge erkannt haben, wenn diese über eine so lange Zeit gelehrt und diskutiert werden. Spätestens in diesem Buch lernt man: Ja, haben sie! Und Jostein Gaarder macht es clever: Er zeigt uns das Leben, die Philosophie, all die Wunder und großen Fragen, die die Menschheit seit Jahrtausenden umtreiben, durch die erstaunten Augen eines Kindes, das gerade erst dabei ist, die Welt zu entdecken. Meine Ausgabe des Romans ist voller Klebezettel und Notizen; ich habe ihn immer wieder zur Seite gelegt, um über das nachzudenken, was Sofiechen gerade erfahren, abgelehnt, hinterfragt hat. Und wohl das Wichtigste für alle, denen schon beim Wort  Philosophie das Gesicht einschläft: Es macht Spaß!

Wenn man „Sofies Welt“ liest, sieht man danach das Leben mit anderen Augen.


„Der kleine Hobbit“

von J. R. R. Tolkien

J. R. R. Tolkien - Der kleine Hobbit

Ja, genau, ich wähle ein Fantasy-Kinderbuch, vollgestopft mit Elben, Trollen, Drachen und verfluchtem Zauberschmuck, in die Reihe meiner Bücher, die mich an Zuhause erinnern. Das Spannende ist nämlich: Bilbo verlässt sein unendlich geliebtes, sicheres Heim, obwohl alles in ihm dagegen rebelliert, um sich Hals über Kopf ins Abenteuer zu stürzen – einfach nur, weil die Gelegenheit plötzlich da ist. Ich finde den Gedanken wunderschön, dass wir, sobald wir unsere Komfortzone einmal verlassen, zwar ungleich mehr Gefahren ausgesetzt sind, aber der Welt eben auch die Chance geben, uns den Flash unseres Lebens zu verpassen. Auch wenn mein Blog der Schönheit des sicheren Hafens huldigt, finde ich es so, so wichtig, sich immer wieder neu zu erfinden, zu überraschen, Neues auszuprobieren, über sich hinauszuwachsen, um am Ende, wie Bilbo, als ein ganz neuer Hobbit voller Wunder im Kopf nach Hause zurückzukehren.

Peter Jacksons epische CGI-drei-Stunden-Blockbuster erweitert die kleine, heimelige Geschichte sicher um jeden Menge Action, aber manchmal sind es die leisen Abenteuer, die am meisten Eindruck hinterlassen.


Absolut alle Bücher

von Carlos Ruiz Zafón

Die Werke von Carlos Ruiz Zafon

Wenn ich Carlos Ruiz Zafón lese, nimmt er mich an die Hand und führt mich durch SEIN Barcelona. Unaufgeregt, aber trotzdem eindringlich baut er die ganze Stadt vor deinem inneren Auge auf und zeigt dir mysteriöse Herrschaftshäuser, Labyrinthe aus Gassen, Plätzen und Straßen und uralte unterirdische Bibliotheken. Alle seine Bücher – ich habe tatsächlich alle gelesen – sind zusammengenommen ein zarter Liebesbeweis an die Stadt, in der er lebt, und an Bücher. Dabei steht Barcelona eigentlich nie im Fokus, sondern ist mehr eine Spielfläche für allerlei vielschichtige Figuren und Ereignisse.

Ein bisschen Detektivroman, eine Prise Mystery, eine Portion Großstadt voller Geschichte – kein Wunder, dass die Bücher des spanischen Autors überall aus den Regalen gerissen werden. Er ist für mich auf jeden Fall das beste Beispiel dafür, dass dich der Ort, an dem du lebst, immer wieder neu inspirieren kann.


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